Auch am Tag danach war der Ärger in Berlin noch groß. Innenminister Thomas de Maizière machte seinem Zorn über die „nationalen Alleingänge“ auf der umstrittenen „Westbalkan-Konferenz“ in Wien Luft. 10 Länder hatten dort einseitig die Grenzen für Flüchtlinge fast dichtgemacht – und so die mächtige deutsche Kanzlerin Angela Merkel vor vollendete Tatsachen gestellt.

Eingefädelt hat den diplomatischen Coup ein gerade mal 29 Jahre altes „Bürscherl“, der österreichische Außenminister Sebastian Kurz. Noch am Vorabend des Gipfels spielte er als Kapitän in einem österreichischen Politiker-Team Fußball gegen Vertreter aus den Balkan-Staaten, von denen etliche einst im Vielvölkerstaat der alten K-u-K.-Monarchie unter der Fuchtel Wiens standen. Der Balkan siegte 4:2, die Fußball-Diplomatie sorgte für gute Stimmung.

Die anderen Ergebnisse des Gipfels erregten weltweit Aufsehen. Die Presse staunte über den Alleingang Österreichs, das doch lange Zeit in der Flüchtlingskrise Merkel gefolgt war. Österreich probe die „Schurken-Rolle“, kritisierte der „Standard“ in Wien.

Das Ergebnis der Konferenz: Die Westbalkan-Route wird für die meisten Flüchtlinge komplett dichtgemacht. Diese müssen in Griechenland bleiben. Die zehn Länder einigten sich auf die wechselseitige Entsendung von Polizisten in besonders betroffene Grenzgebiete. Wien hebelt damit alle deutschen Versuche aus, über eine Einigung mit der Türkei Anfang März eine gesamteuropäische Lösung hinzubekommen.

Griechenland wurde zu dem Treffen nicht eingeladen und zog am Donnerstag verärgert seinen Botschafter aus Wien ab. Regierungschef Alexis Tsipras nannte das Treffen eine „Schande“ und drohte, Athen werde Beschlüsse der EU blockieren, bis die vereinbarte Verteilung der Flüchtlinge umgesetzt werde.

„Wir steuern irgendwie in eine Anarchie hinein“, warnte auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn. „Ich hoffe, dass wir uns zusammenreißen, dass wir in der Migrationsfrage Griechenland nicht als einen Blinddarm sehen und all unsere Energie konzentrieren auf die griechisch-mazedonische Grenze“, erklärte Asselborn. „Das wäre ein Verhängnis.“

Quelle: Flüchtlingskrise: Dieser Bubi lässt Merkel alt aussehen | Express.de

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