Offener Drogenhandel und dreiste Taschendiebe: Die Behörden bekommen die Situation am Frankfurter Hauptbahnhof nicht in den Griff. Der Chef der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagt in der F.A.Z.-Woche: Solche „Hotspots“ sind kein Einzelfall.

Der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat die Drogenproblematik und die damit einhergehende Kriminalität an Bahnhöfen kritisiert. Der  F.A.Z.-Woche sagte er: „Frankfurt ist leider kein Einzelfall. Der Kölner Bahnhofsvorplatz und die Szene rund um den Hamburger oder Düsseldorfer Hauptbahnhof sind weitere negative ,Hotspots‘, die Erscheinungsformen dieser Kriminalität haben sich seit Jahren verfestigt und der Täterkreis ist nahezu überall der gleiche.“ In Berlin, so Wendt weiter, wichen die  Täter „auf andere Bereiche aus, ,Görlitzer Park‘ oder neuerdings andere Parks in der Hauptstadt sind hier die Tatorte“.

Philip EppelsheimFolgen:

Bei den Tätern handelt es sich häufig um aus Nordafrika stammende Intensivtäter. Wendt verwies gegenüber der F.A.Z.-Woche auf den „Casablanca-Bericht“, der die Szene rund um den Düsseldorfer Bahnhof dokumentierte und in dem von 2244 Nordafrikanischen Intensivtätern die Rede ist, die „seit etlichen Jahren dort sind“. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft sagte: „Dies ist also längst kein Phänomen der aktuellen Flüchtlingsdebatte, wenngleich aus dem afrikanischen Raum natürlich jetzt reichlich ,Verstärkung‘ für die vorhandene Szene eingetroffen ist.“

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Wendt sagte weiter, dass die Polizeialles tue, „was Polizei tun kann“, und zwar unter „Inkaufnahme eines hohen Einsatzrisikos für die Kräfte, denn der bekannte Täterkreis zeigt sich bei Festnahmen häufig ausgesprochen gewaltbereit“. Doch ende das erfolgreiche Vorgehen bei der Justiz: „Wenn keine Untersuchungshaft angeordnet wird, keine Haftstrafen verhängt werden und keinerlei Abschiebungen erfolgen, kann die Polizei so viele Festnahmen durchführen, wie sie will, die Täter bleiben unbehelligt. Sie verachten unser Land und lachen über unsere Justiz.“

42716905© LUKAS KREIBIGVergrößernBlick auf den Frankfurter Hauptbahnhof.

Wenn die Politik nicht die Voraussetzungen schaffe, „damit dauerhafte Intensivtäter wieder abgeschoben werden können und die Justiz sich ebenso verweigert, wird die Polizei dieses Problem nicht lösen“.

Quelle: Probleme an Hauptbahnhöfen: „Sie verachten unser Land und lachen über unsere Justiz“ – Inland – FAZ

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